Çukuriçi Höyük 5: Stratigraphie und Architektur der frühen Bronzezeit.
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Horejs, B., Grasböck, S., Bratschi, T., Schwall, C., 2023. Çukuriçi Höyük 5: Stratigraphie und Architektur der frühen Bronzezeit. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Einleitung
Die jüngste Geschichte des Çukuriçi Höyük in den ersten Jahrhunderten des 3. Jahrtausends v. Chr. fällt in einen Horizont großer kultureller und sozialer Veränderungen in der Region der Ägäis und Westanatoliens. Diese Periode der frühen Bronzezeit lässt uns – dank der intensiven und umfassenden Forschungen beiderseits der Ägäis seit über 100 Jahren – sehr dynamische, innovative und flexible Gesellschaften erkennen. Unsere Kenntnisse zum 3. Jahrtausend v. Chr. in diesem Raum sind auf der Basis vieler untersuchter Fundorte, damit verbundener Materialstu-dien sowie umfangreicher übergreifender Arbeiten durchaus sehr gut und erlauben substantielle soziokulturelle Fragen zu den frühbronzezeitlichen Gesellschaften zu diskutieren.1 Die gro-ßen Schlüsselfundorte der Frühbronzezeit, wie beispielsweise Troia, Liman Tepe, Küllüoba, Demircihüyük, Aphrodisias, Beycesultan, Poliochni (Lemnos), Thermi (Lesbos), Heraion (Samos), Kolonna (Ägina), Lefkandi oder Lerna bilden dabei wesentliche Anker für den ar-chäologischen Rahmen und fungieren gleichzeitig auch als wichtige Impulsgeber für aktuelle Forschungsfragen.2 In diesem großen Kontext kann der in seiner tatsächlichen Nutzungsgrö-ße relativ kleine Çukuriçi Höyük auf den ersten Blick keine fundamental neuen Erkenntnisse beitragen. Im Verhältnis zu den oben genannten Zentren waren unsere Untersuchungen zudem eher klein dimensioniert und für überschaubare Zeiträume von wenigen Jahren geplant.3 Der mehrphasige Tell brachte jedoch die eine oder andere Überraschung zutage, die mit ihren neuen primären Daten durchaus neue Grundlagen zum Neolithikum, Chalkolithikum und zu der Früh-bronzezeit lieferten